Herzlich Willkommen auf dem neuen gemeinsamen BLOG des Karatedôjô Fujinaga Leipzig e.V. und des Budoverein Fujinaga Berlin e.V.!
An dieser Stelle möchten wir dem interessierten Besucher mit Beiträgen, Berichten und Bildern einen Einblick in unser Training, unsere Aktivitäten und unsere Erlebnisse gewähren. Dabei soll immer auch unser Verständnis und unser Antrieb, mit dem wir in unseren Dôjôs Karate praktizieren, zum Ausdruck kommen.
Unsere Vereine widmen sich der Pflege und Ausübung des traditionellen Shotokan-Karate, wie es von der JKA (Japan Karate Association) unter der Leitung von Masatoshi Nakayama entwickelt wurde. Insbesondere wird das Erbe der Lehrtätigkeit von Yasuyuki Fujinaga Sensei in stillem Gedenken die Vereinsmitglieder auf ihrem Weg des Karate begleiten. Er vermittelte den Gründern beider Vereine unschätzbare Anregungen und Einsichten.

Weitere Informationen finden Sie auf unseren Homepages.

Dienstag, 16. August 2016

Lebendes JKA-Lehrbuch

Spricht man über oldschool JKA vom feinsten und schneidet Themen wie kumite, Kampfgeist und knallharte Techniken an, kommt den meisten wohl sofort Tanaka Sensei in den Sinn. 

Schaut man sich dagegen einmal ältere JKA Lehrbücher und -filme aus der Ära, als Nakayama Sensei noch Chiefinstruktor war an, dann steht wohl außer Frage, dass Osaka Sensei wie kein anderer Honbu-Instruktor das technische Idealbild der Japan Karate Association verkörperte. 

Auch das Karate der JKA hat sich seit der Generation Osaka, Tanaka, Imura usw. weiter entwickelt und wird sich auch in Zukunft (hoffentlich im Sinne des Budô) weiter entwickeln. Während unsere Meister und Mentoren hier in Deutschland wohl maßgeblich vom Karate der obenstehenden Herren geprägt war bzw. ist, haben viele Karateka in meinem Alter wohl heute mehr Bezug zu Instruktoren wie Kobayashi Sensei, Naka Sensei, Okuma Sensei oder auch Shimizu Shimizu oder Chubachi Sensei.

Das Gute am JKA-Karate ist aber der gemeinsame rote Faden, bzw. der gemeinsame Kern, der sich im Unterricht wieder findet. Alle jüngeren Instruktoren sind während ihrer Lehrzeit im Honbu durch die Hände von Osaka Sensei, Tanaka Sensei und co. gegangen. Alle haben die gleiche Basis bekommen und auf dieser ihr eigenes, persönliches Karate entwickelt. Aus diesem und anderen Gründen stellt das Karate von Osaka Sensei für mich ein zeitloses Vorbild dar. JKA-Karate per Exellence. 

Auf youtube sind jetzt einige ältere Mitschnitte eines Lehrgangs mit ihm hochgeladen wurden, die trotz unscharfer VHS-Qualität wirklich sehenswert sind. Ich habe euch hier unten den nachfolgenden Bildchen die entsprechenden Seiten verlinkt.










Viel Spaß!

OSS

Montag, 25. April 2016

7. Fujinaga Gasshuku


Unser Thema war Tai-sabaki.

Freitagabend haben wir uns nach einigen kleinen Vorübungen auf kaeshi kihon ippon kumite konzentriert. Der erste Angriff wird gerade geblockt – der Gegenangriff mit der gleichen Technik wird durch tai-sabaki einem Block und einer Kontertechnik pariert.

Der Unterschied zwischen beiden Angriffen ist die Distanz – beim 2. Angriff ist der Angreifer sehr nah und das seitliche Ausweichen kann grundschulmäßig trainiert werden.

Schon hier wurde der Schwerpunkt gesetzt, den Ausweichwinkel knapp zu bemessen – 30° reichen und den hinteren Fuß nicht zu weit herauszustellen – die Beweglichkeit für die Kontertechnik ist ansonsten sehr eingeschränkt.

Abends gab es bei kühlen Temperaturen ein zünftiges Lagerfeuer.



Samstag gab es wie gewohnt 6x45min mit jeweils 15min Pause – zur Halbzeit eine ¾ Stunde Mittagspause. Endziel der Session am Samstag war okuri jiyu ippon kumite.

Alle 6 Einheiten waren als Partnertraining angelegt. Zur Erwärmung gab es gohon kumite jodan – viele schieben den Blockarm zunächst vor den Bauch und heben dann den Arm und öffnen dabei die Achselhöhle (waki). So kann man einen wirklich realen und starken Angriff zum Kopf nicht wirklich blocken. „Waki zu“ war der prägenden Sätze im Training bei Fujinaga Sensei gewesen – zu Recht wie wir feststellen müssen. „Waki zu“ hat uns dann das ganze Wochenende begleitet – eben ein Fujinaga-Gassuku.

Dann wurde gerade Fauststöße mit nagashi-Blöcken geblockt – erst gerade und dann mit tai-sabaki. Wenn der Uke dem Angriff ausweicht, ist der Block wie eine Unfallversicherung – man hat sie und im Idealfall braucht man sie nie. Der eigentliche Block wird ersetzt durch tai-sabaki.

Hier zeigte sich der größte Trainingsbedarf – mit dem Endpunkt der Ausweichbewegung startet sofort der Konter – wenn dazwischen zunächst die „unnötige Blockbewegung“ zelebriert wird, kommt der Konter zu spät – der Tori ist schon wieder weg oder im Realfall platziert schon den nächsten Angriff.

Der Übergang vom go-no-sen zum sen-no-sen ist die größte Hürde auf dem Weg zum freien Kampf – zusehen immer wieder im jiyu ippon kumite – die Leute nehme eine frei Haltung ein, weichen aus und praktizieren technisch immer noch kihon ippon kumite.

In den folgenden Trainingseinheiten werden die Angriffe immer komplexer – etwa yori ashi mit kizami tsuki und überlaufenen doppelten gyaku tsuki.

Am Ende des Tages präsentierten dann die Teilnehmer okuri jiyu íppon kumite – und zur Freude des Lehrenden waren Fortschritte erkennbar.

Abends wieder großes Feuer, ein extra Imbiss, Live-Gitarre und Gesang und vielen Geschichten.


Am Sonntag gab es eine Erwärmung mit nidan tobi mae geri – eine Technik die man selten trainiert und noch seltener ausführt – es ist wie man sagt die tokui-waza von Iida Sensei – und man kann damit auch Kämpfe gewinnen – am besten gleich nach Hajime wenn der Gegner noch träumt.

Wir widmeten uns dass Kanku Dai – eine elementare Kata – aus denen viele Anleihen in die Heian Kata übernommen worden sind.

Schwerpunkte waren die Ellenbogenposition bei allen Techniken, der Wechsel von Langsam und Schnell und die Körperspannung bei Techniken, bei denen der Körper geöffnet wird.


Wir bleiben am Tsuki – 8. Fujinaga Gasshuku 21.-23.04.2017 in Lübars. OSS!

Montag, 21. März 2016

Fujinaga-Gasshuku 2016


Fujinaga Gasshuku 2016



Ort:            Zur Siedlung 18 (Schwimmbad+Bungalowdorf)

                  39291 Lübars (Jerichower Land)

(Nähe Autobahnabfahrt A2 Ziesar-Drewitz-Loburg)



Datum:                                  22. – 24. April 2016

Hajime: Freitag, 22.04.2016, 18.30 Uhr
Yame: Sonntag, 24.04.2016, 13.00 Uhr



Training:    Sporthalle Lübars (Hallenzeiten, die zur Verfügung stehen)

                   Trainingszeiten werden vor Ort festgelegt

                   Handschutz/Mundschutz mitbringen



Übernachtung:   In Bungalows (Schlafsäcke mitbringen)



Verpflegung:      Mit Frühstück (2x) + Abendbrot (2x)

im übrigen Selbstverpflegung



Kosten:               Training+ 2x Übernachtungen/Frühstück/Abendbrot

25,00 € + 5,00 € Hallennutzung = 30,00 € Gesamt

(Bezahlung beim Lehrgang)



Meldung:            bis 11.04.2016 an thomas.frommer@t-online.de

Sonntag, 13. März 2016

Trainingsbericht aus Osaka - Das Matta Shibu von Tokuno Sensei

Wie ihr vielleicht wisst, hat es mich im Januar wieder dienstlich nach Japan verschlagen, genauer gesagt nach Osaka und Tokyo. Trotz vollem Terminplan, erfahrungsgemäß langer Arbeitstage und kurzer Nächte, packte ich meinen gi voller Zuversicht und in dem Glauben ein, vielleicht doch ein oder zwei Trainingseinheiten absolvieren zu können.

"Werbung in eigener Sache" vor Tokuno Senseis Haus
Aufgrund kurzfristiger Planänderungen überkamen mich zwischenzeitlich Zweifel, ob ich diesmal überhaupt auch nur einen Fuß in ein Dôjô setzen werde, aber am Ende gelang es mir doch, einen Abend in Osaka frei zu bekommen. Nachdem ich mich nach getaner Arbeit am späten Nachmittag von meinen Geschäftspartnern verabschiedete, machte ich mich nach einem kurzen Zwischenstop im Hotel auf den Weg in den Stadtteil Matta.

Der Eingang zum Dôjô, das sich in einem kleinen, unscheinbaren Gebäude befindet
Von der Halteste Tokuan bis zum Dôjô sind es nochmal knapp 20 Minuten Fußweg durch verwinkelte Straßenzüge zwischen Wohnhäusern, kleinen Geschäften und Getränkeautomaten. Trotz aller Eile kam ich mit 25 Minuten Verspätung im Dôjô an, wo mich Tokuno Sensei sichtlich überrascht willkommen hieß. Er wusste zwar von meinem Plan ihn zu besuchen, aber es war nicht klar, ob ich es schaffen würde. Ohne Zeit zu verlieren, sollte ich mich umziehen und reihte mich nach einer kurzen Erwärmung ein. Nebem dem Sensei und seinem Sohn waren nur 5 seiner Schüler anwesend. So entschied Tokuno Sensei kurzerhand, selbst mit zu mischen.

Aus shizentai sollten wir zunächst direkt jôdan oi zuki in zenkutsu dachi ausführen, wobei der Partner lediglich als Ziel diente. In den ersten 20 Durchgängen galt es,  oi zuki 10 Mal schnell nacheinander ausführen und zwar lang, mit voll zurück gezogener hikite, moderater Stellung und kime. Tokuno Senseis Sohn begann seine Fauststöße schnell und gezielt in meine Richtung abzufeuern und ich wollte es ihm gleichtun, wofür ich vom Sensei aber mehrmals ein "yowai!!" (zu schwach!) erntete. Alle Augen waren auf mich gerichtet, aber ich versuchte ruhig zu bleiben, mich zu konzentrieren und es besser zu machen.

Der Sensei widmete sich nun wieder den anderen. Im Matta Shibu redet während dem Training eigentlich nur Tokuno Sensei. Die Wortmeldungen seiner Schüler beschränken sich im wesentlichen auf oss!eeii! und Antworten auf Fragen, die der Sensei stellt. Es ist also genau so, wie es sein sollte. Alle sind voll konzentriert und üben intensiv, die Atmosphäre ist leicht angespannt, ohne das man sich dabei unwohl fühlt.

Aber zurück zur Übung. Tokuno Sensei wollte deutlich sehen, wie wir Oberkörper und Arme durch "Eindrehen" (nejire) der Hüfte von shomen zu hanmi in der Startphase in Position bringen und dann mit starkem Abdruck des hinten Beines mit oi zuki nach vorne schießen. Der Kraftschluss ausgehend von der Ferse des hinteren Fußes bis in die Faust stand im Mittelpunkt und je länger wir übten, desto mehr stellte ich meine eigene Technik in Frage.

Als nächstes sollten wir chûdan oi zuki als starke Einzeltechnik aus shizentai gegen den Partner ausführen. Tokuno Sensei ermahnte mich, die Ferse hinten auf dem Boden und den Schwerpunkt von Anfang an tief zu lassen, wobei ich eigentlich dachte, dass dem so wäre. Mir ließ das keine Ruhe, also wiederholte ich diese Übung dann nachts im Hotel vorm Spiegel... leider mit dem selben Ergebnis, was aber auch an den Bierchen gelegen habe kann.

Auf die gleiche Art und Weise führten wir chûdan gyaku zuki durch. Offen gesagt lässt mich besonders diese Übung immer sehr demütig werden. Sie sieht zwar einfach aus und oft fühlt sich gyaku zuki dabei sogar stark an, aber damit die Technik wirklich ihre volle Wirkung entfalten kann und nicht nur auf der Plauze des Gegners verpufft, gilt es eine Menge zu beachten: das Absenken des Schwerpunkts und die gleichzeitige Gewichtsverlagerung nach vorne in hanmi, die explosive Entladung der in Unterkörper, Hüfte und Oberkörper aufgebauten Energie durch die Extension der Stellung und den Wechsel von hanmi zu shomen, die Position des Ellbogens des Stoßarms, das schnelle Zurückziehen der hikite, das Gefühl, mit dem ganzen Körper konzentriert auf einen Punkt im Ziel einzuschlagen usw. usw. usw... ihr wisst, was ich meine, oder!? (- -;) 

Erinnerungsfoto nach dem Training
Im Anschluss sollten wir in einer Art gohon kumite unseren Partner mit chûdan mae geri angreifen, worauf dieser zurückwich, ggf. mit nagashi uke den Fußtritt parierte und anschließend mit gyaku zuki konterte. Hier standen der flüssige Richtungswechsel und schnelle Gewichtsverlagerung im Mittelpunkt. Geschmeidige Beinarbeit, schnelle Reflexe und ein gutes Auge sind wichtig, um rechtzeitig und nur so weit wie nötig dem Angriff auszuweichen, um dann sofort mit passender maai den eigenen Konterangriff auszuführen. Zu meiner Überraschung war das die einzige Übung an diesem Abend, die mir halbwegs vernünftig gelang. 

Nach einer kurzem Atempause befahl Tokuno Sensei dann "René, Tekki Shodan!". Ich stand also zuerst alleine in der Mitte des kleinen Dôjô und kam noch nicht mal bis zur 3. Bewegung, da wurde ich schon auf meine schwache Performanz hingewiesen. Einige Erklärungen und viele Wiederholungen später, übten dann wieder alle zusammen. Ich war angespannt und versuchte, meine kiba dachi zu verbessern, die morote uke zur Seite schärfer auszuführen und überhaupt eine irgendwie überzeugende Darbietung zu geben.

Schon war die Trainingseinheit vorbei. Die Dôjôkun verklang, das Dôjô wurde gewischt und wieder mit Tischen bestückt. Ich verabschiedete mich und folgte Tokuno Sensei zu dessen Haus, von wo er mich zusammen mit seiner Frau durch halb Osaka mit dem Auto zurück in mein Hotel brachte. Im Vergleich zum Training war es eine heitere Fahrt in gelöster Atmosphäre.

Je länger man Karate praktiziert, desto mehr Vertrauen entwickelt man in seine eigenen Fähigkeiten. Diese stellt man regelmäßig in der Übung im Dôjô oder bei Wettkämpfen auf die Probe, mal mehr und mal weniger überzeugend. Unterrichtet man andere, ist es nicht nur wichtig, seine Fähigkeiten überzeugend und in bester Form zu demonstrieren oder seinen Schülern zu helfen, ihre eigene Form zu verbessern. Es is wichtig, bescheiden zu bleiben, zu reflektieren, seine Fähigkeiten zu überprüfen und Schlüsse auf sein eigenes Karate zu ziehen. Wenn man will, findet man auch in der einfachsten Übung etwas, dass man besser machen kann. Die fälschliche Annahme etwas bereits "zu können", führt zu Bequemlichkeit und oft auch zu Nachlässigkeit. Doch wer die Grundlagen vernachlässigt, um sich den scheinbar höheren Aspekten der Kunst zu widmen, läuft Gefahr, dass das Fundament seines Könnens zerbricht und ohne solides Fundament ist eine Weiterentwicklung unmöglich. Das ist keine neue Erkenntniss, den wie wir wissen, hat uns bereits Funakoshi Sensei dazu ermahnt, Karate mit heißem Wasser zu vergleichen, dass (durch beständiges - aber nicht stupides - Üben) am kochen gehalten werden muss. Genau dieser Punkt wird mir bei Tokuno Sensei immer wieder sehr bewusst und motiviert mich aufs Neue. Darum bin ich ihm und allen meinen Mentoren zutiefst dankbar, das sie diesen Geist und ihr Wissen mit mir teilen.  


Danke an Tokuno Sensei für seine Geduld und Herzlichkeit. Ich freue mich auf unser nächstes Wiedersehen im November!

 OSS

Mittwoch, 10. Februar 2016

Winterlehrgang mit Akita Sensei

Am 16. Januar fand im Sakuragaoka-Dôjô in Limburg wieder der Winterlehrgang von Akita Sensei statt, der gleichzeitig den Abschluss seines diesjährigen kangeiko bildete. Viele karateka aus Deutschland, der Schweiz und anderen Ländern reisten an, um unter Akita Sensei und den Gasttrainern Fukushima Toyofumi und Shimizu Keigo zu trainieren.


Akita Sensei ist für die meisten von euch bereits eine bekannte Größe in unserer Karatewelt. Als Absolvent der legendären Takushoku-Universität genoß er eine der sicher härtesten und besten Karateausbildungen im "Takudai Karate Club". Akita Sensei unterrichtet solides, starkes Karate ohne Schnirkel, geht bei seinen Erklärungen of tief ins Detail und lässt danach alles mit sehr vielen Wiederholungen üben. Ich schätze Akita Sensei als Mensch und Lehrer sehr und kann nur jedem empfehlen, sein Training zu besuchen. Wie im letzten Jahr, holte er sich auch diesmal Verstärkung und lud zwei erfahrene Karateka als Instruktoren ein. Beide sind inzwischen zu sehr guten Freunden von mir geworden und ich möchte diese Gelegenheit nutzen, sie euch kurz vorzustellen.

v.l.n.r.: Fukushima Sempai, Akita Sensei, Shimizu Sempai
Fukushima Senpai begann begann 1984 mit Karate in der High-School und studierte später an der Reitaku-Universität, wo er unter Oishi Takeshi Sensei weiter trainierte. Nach einer erfolgreichen Wettkampfzeit, gründete er im Jahr 2005 eine JKA-Niederlassung in Peking, wo unser Freund Roi momentan aktiv ist. Seit 2013 lebt und arbeitet Fukushima Sempai in Belgien und besucht regelmäßig Düsseldorf und Umgebung.  

Shimizu Sempai ist Absolvent der Dokkyô-Universität in Tôkyô, deren Name den meisten von euch bereits durch Fujinaga Sensei bekannt sein dürfte. Dort trainierte er unter Osaka Sensei und später unter Naka Sensei, bis er nach Deutschland zog. Heute lebt er in Oberhausen, arbeitet in Düsseldorf und trainiert im Dôjô Arawashi Bottrop unter Ochi Sensei. Gleichzeitig hat Shimizu Sempai vor knapp 2 Jahren als Trainer im Yamato Dôjô Düsseldorf eine wichtige Aufgabe übernommen und unterrichtet dort einmal in der Woche die Fortgeschrittenen. 


Beim Lehrgang in Limburg fand das Training jeweils in 2 Gruppen statt, einmal bis 4 Kyû und einmal ab 4. Kyû bis Danträger. Zur Eröffnung gab Akita Sensei die erste Einheit mit Schwerpunkt Kihon. Wir konzentrierten uns dabei auf Einzeltechniken sowie uke&gyaku zuki Kombinationen. Der richtige Weg der Faust von der Hüfte ins Ziel und zurück, die der jeweiligen Aktion angemessene Verlagerung des Körperschwerpunktes sowie die zeitliche Synchronisation der Hüftbewegung verlangten unsere volle Konzentration.


Ab der dritten Einheit wurden die Gruppen aufgeteilt. Diesmal ging es mit Schwerpunkt um kumite. Während Shimizu Sempai die höheren Kyû- und Dangrade ordentlich ins Schwitzen brachte, kümmerte sich Fukushima Sempai um die unteren Kyû-Grade mit mir als Übersetzer. Die jungen Karateka sollten zunächst im Stand lernen die Angriffsrichtung (jôdan/ chûdan) richtig zu unterscheiden, während ihre Partner jeweils sauber mit age uke und gedan barai kontern sollte. Später wurden die Übungen komplexer und die Geschwindigkeit erhöht. Am Ende wurde gohon kumite mit wechselten Partnern wiederholt, bis alles (vor allem der kiai) passte.


In der letzten Einheit stand Kata auf dem Programm. Auch diesmal war ich wieder Fukushima Sempai zugeteilt, der den Schwarzgurten die Feinheiten der Kata Gankaku näher bringen wollte. Obwohl sich sein Unterricht auf der JKA-Ausführung orientierte, zeigte er immer wieder erklärte er immer wieder Unterschiede zur Ausführung der WKF, SKI und anderen Verbänden. Leider war die Zeit schnell vorbei, doch sicher haben alle genügend Informationen mit nach Hause genommen, um diese in ihren eigenen Dôjô zu vertiefen. 



Der Abend klang dann in einem nahegelegenen Gaststube mit deftiger Kost, kühlem Bier und viel Spaß aus, bevor wir wieder die Heimreise nach Düsseldorf antraten. Ein dickes Dankeschön geht an Stefanie und alle, die diesen Lehrgang organisatorisch ermöglicht haben, sowie natürlich an Akita Sensei, Fukushima Sempai und Shimizu Sempai für ihre Unterweisung.

OSS